Helmut Jordan

Helmut JordanIch bin als Sozialarbeiter, Jahrgang 1950, aus beruflichen Gründen Ende 1981 in den Hunsrück gezogen, wo ich bereits seit 1977 in der Kreisstadt Simmern arbeitete. Als Mitglied in dem Kriegs-
dienstverweigerer-Verband DFG-VK ging ich dann zu einem in der Hunsrücker Zeitung angekündigten Treffen der Ortsgruppe im Schinderhannesturm in Simmern. Eine kleine Gruppe von ca. 5-10 Personen.
In dieser Ortsgruppe entstand die Idee, sich an der jährlich bundesweit einmal stattfindenden FRIEDENSWOCHE auch im Hunsrück zu beteiligen. Außerdem wurden aus der Gruppe heraus Mahnwachen an den Tagen der Atombombenab-
würfe in Japan im 2. Weltkrieg initiiert, die in Simmern und auch in Kirchberg stattfanden.
Die Allgegenwart des Militärischen im Hunsrück hatte mich überrascht und wirkte auf mich eher bedrohlich. Dass diese Massierung kaum einem Hunsrücker bewusst war, brachte mich auf die Idee, die Fakten zu sammeln und darüber die Menschen zu informieren. Darum beteiligte ich mich an der Gründung eines regelmäßig monatlich stattfindenden Friedensstammtisches in der Dorfgaststätte an meinem Wohnort in Holzbach bei Simmern und hatte die Vorstellung, eine Hunsrücker Friedenszeitschrift zu erstellen, um die vielen Informationen an viele Menschen bringen zu können. Daraus entwickelte sich, nachdem ich eine nur mit einfachsten Mitteln kopierte Nullnummer bei einer der Zusammenkünfte im Schinderhannesturm vorstellte, das lange Jahre vierteljährlich herauskommende HUNSRÜCK-FORUM -Zeitschrift für Demokratie und Frieden-.
Für eine Überzeugung einzustehen ist auch in einer Demokratie nie ohne negative Folgen.
Die Herausgabe der Zeitschrift brachte mir viele neue Erfahrungen mit der Staats-
macht ein, in Form von Haus- und Arbeitsplatzdurchsuchungen und Anklagen wegen Landesverrat. Dennoch bin ich in dieser Zeit durch diese Auseinandersetzungen vielen interessanten Menschen begegnet und habe das Wachwerden vieler Hunsrücker in Bezug auf die massive Militärpräsenz, mitverursacht auch durch das HUNSRÜCK-FORUM, miterlebt.

Michael Jordan

Michael Jordan1982 zog ich zusammen mit Uschi "auf den Hunsrück".
Meine politischen Wurzeln waren die Gewerkschafts - und Arbeiterbewegung und so schloss ich mich der in zarten Anfängen stehenden Widerstandsbewe-
gung auf dem Hunsrück gegen den Nato - Doppel-
beschluss an. Ich musste aber bald erkennen, dass nicht alle "Einheimischen" den Beschluss als Be-
drohung empfanden ...
Wir versuchten - auch oft erfolglos - die Bevölker-
ung mit Friedensstammtischen, Infoständen, Flug-
blättern etc. aufzuklären. Helmut Jordan schlug die Gründung eines "Aufklärungsblattes" vor, ich schloss mich an und wurde so Gründungsmitglied des HUNSRÜCK-FORUM.
Im Zusammenhang mit dieser Tätigkeit kam es auch zu Haus- u. Arbeitsplatzdurch-
suchungen, Ermittlungen des Staatsschutzes (u.a. wegen Landesverrat) und weiteren unangenehmen Ereignissen.
Die Organisation und Durchführung des Widerstandstages auf dem Hunsrück 1986 mit nahezu 200.000 Teilnehmern, gehörten für mich zu den Höhepunkten der Hunsrücker Friedensarbeit.

Uschi Jordan

Uschi JordanGerade der Studentenbewegung der 70er Jahre entsprungen, landete ich 1982 aus Berufsgründen auf dem Hunsrück. Meine anfänglichen Vorstel-
lungen vom idyllischen und friedlichen Landleben wurden jedoch bald jäh zerstört und ich fand mich, gleichsam auf einem militärischen Pulverfass sitz-
end, mit den lebensbedrohlichen Cruise Missiles konfrontiert. Angesichts dieser prekären Situation blieb mir nur noch die Flucht nach vorne in Form von politischem Engagement u.a. durch Informier-
ung der Bevölkerung, Gründung eines Friedens-
stammtisches (Rheinböllen) und Ausweitung der Presselandschaft, sprich Herausgabe einer eigenen Zeitschrift als Sprachorgan. Von dieser Intention getragen, trat ich der Redaktion des HUNSRÜCK-
FORUM in der Gründungsphase bei und blieb ihr auch einige Jahre treu.

Uwe Dierking

Uwe DierkingAufgewachsen im Hunsrück, in jungen Jahren bei der Bundswehr verpflichtet. Dort kamen mit der Zeit und dem Erwachsenwerden immer stärkere Zweifel am Militär auf. Die massive Militarisierung und Aufrüstung im Hunsrück (Flughafen Hahn usw., Cruise Missiles) haben mich dazu gebracht in der Friedensbewegung mitzuarbeiten, dies auch schon während der Bundeswehrzeit. Verstärkt wurde der Wunsch nach Entmilitarisierung auch durch Grün-
dung einer Familie. Ich habe dann erst einmal an verschieden Aktionen der Hunsrücker FI und am Biebertaler Friedensstammtisch teilgenommen. Das HUNSRÜCK-FORUM empfand ich für den Hunsrück als sehr wichtig und deshalb habe ich dort mitge-
arbeitet. Mitwirkende Hände und Köpfe wurden dort immer gebraucht.

Horst Petry †

Horst Petry1947 in Pfalzfeld geboren, also ein „echter Huns-
rücker“, machte ich eigentlich schon recht früh mit dem Militär in meiner Heimat in Form von Tiefflug-
lärm und Panzergedröhn bei Manövern Bekannt-
schaft. Aber bewusst wurde mir das alles erst viel später, nämlich als ich 1967 selbst zur Bundeswehr eingezogen wurde.
Viele Fragen hatte ich plötzlich an die Gesellschaft:
Warum musste ich 18 Monate meines Lebens an den Staat spenden?
Warum überhaupt Militär? Wer hat eigentlich ein Interesse am Krieg?
Wer profitiert von Rüstung und Krieg?
Also engagierte ich mich folgerichtig in Partei (DKP) und Gewerkschaft, um so etwas gegen die Macht der Konzerne zu unternehmen.
Als ich dann mitbekam, dass sich im Raum Simmern eine Friedensgruppe gebildet hatte, nahm ich Kontakt auf und machte mit.
Später gründete ich mit Anderen die Friedensgruppe in Emmelshausen.
Von der Idee, BILD- und Hunsrücker Zeitung etwas entgegenzusetzen, war ich begeistert und machte fortan ab der NR. 8 beim HUNSRÜCK- FORUM mit. Die wilden Attacken des Staatsapparates gegen unser kleines Blatt überraschten mich nicht. Ich kannte das alles schon aus Parteierfahrung.
1986 machte ich mich als Drucker selbstständig. Somit konnten wir das HUNSRÜCK-
FORUM kostengünstig in meiner Druckerei herstellen. Die Arbeit in der HF-Redaktion hat mir immer Freude gemacht, dafür sei Allen hier nochmals gedankt.

Wolfgang Bartels

Wolfgang Bartelsgeb. 1949
lebt in Trier.
Im HUNSRÜCK-FORUM "zuständig" für Enthüllung von Militärstandorten und Rüstungsplanungen. Heute Reporter beim SWR-Fernsehen.

Manfred Schmitz

Der Kalte Krieg war ein allgemein präsentes Thema und 1981 kam ich berufsbedingt in den Hunsrück und war überrascht und erschrocken über die überbordende, allseits präsente Massierung des Militärs.
Es gab bereits eine immer größer werdende Zahl von Aktiven und Friedensinitiativen in vielen Orten.
Neben der FI - Arbeit schien mir seinerzeit die von Helmut Jordan angeregte Zeitung der Friedensbewegung, eben das HUNSRÜCK-FORUM, ein geeignetes Medium, zu informieren und wachzurütteln. Da war es für mich selbstverständlich, in der mir verbleibenden Zeit bis zum meinem Entwicklungshilfeeinsatz dabei zu sein und mitzumachen bei den Aktivitäten zum Aufbau des HUNSRÜCK-FORUMS, gegen den Ungeist der das Töten planenden Kriegsmaschinerie.